Karnevalsgedicht von Wilhelm Busch

Karneval

Auch uns, in Ehren sei’s gesagt,
Hat einst der Karneval behagt,
Besonders und zu allermeist
In einer Stadt, die München heißt.
Wie reizend fand man dazumal
Ein menschenwarmes Festlokal,
Wie fleißig wurde über Nacht
Das Glas gefüllt und leer gemacht,

Und gingen wir im Schnee nach Haus,
War grad die frühe Messe aus,
Dann können gleich die frömmsten Frau’n
Sich negativ an uns erbau’n.

Die Zeit verging, das Alter kam,
Wir wurden sittsam, wurden zahm.
Nun sehn wir zwar noch ziemlich gern
Die Sach‘ uns an, doch nur von fern
(Ein Auge zu, Mundwinkel schief)
Durchs umgekehrte Perspektiv.

Wilhelm Busch (1832-1908)

Junigedicht

Juni-Gedicht

Juni ist’s. Lind weht die Luft.
Geschoren ist der Rasen.
ein wonnevoller Rosenduft
Dringt tief in alle Nasen.

Manch angenehmes Vögelein
sitzt flötend auf den Bäumen,
indes die Jungen, zart und klein,
im warmen Neste träumen.

Flugs kommt denn auch daher gerannt,
schon früh im Morgentaue
mit seinem alten Instrument
der Musikant, der graue.

Im Juni, wie er das gewohnt,
besucht er einen Garten,
um der Signora, die da thront,
mit Tönen aufzuwarten.

Eräuspert sich, er macht sich lang,
er singt und streicht die Fiedel,
er singt, was er schon öfter sang;
Du kennst das alte Liedel.

Und wenn Du gut geschlafen hast
und lächelst hold hernieder,
dann kommt der Kerl, ich fürchte fast,
zum nächsten Juni wieder.

Wilhelm Busch

Zum Vatertag: Vater werden ist nicht schwer

Vater werden ist nicht schwer

Vater werden ist nicht schwer,
Vater sein dagegen sehr.
Ersteres wird gern geübt,
weil es allgemein beliebt.
Selbst der Lasterhafte zeigt,
daß er garnicht abgeneigt.
Nur will er mit seinen Sünden
keinen guten Zweck verbinden,
sondern, wenn die Kosten kommen,
fühlet er sich angstbeklommen.

aus „Julchen von Wilhelm Busch (1832-1908)

Vatertag – auch dem Vater danken!

Gerade ist der Muttertag vorbei, da müssen die lieben Kinder schon wieder ran und sich Gedanken um den Vatertag machen.
Sind Väter eigentlich genau so anspruchsvoll wie Mütter?
Erwarten Sie also auch ein tolles Gedicht oder ähnliches?
An Christi Himmelfahrt – 17.5.2007 (17. Mai) – ist auf jeden Fall dieser Tag – ein Vatertag oder auch Männertag – und auch Männer freuen sich über Geschenke und Gedichte!

Hier ein paar Möglichkeiten:

Vom Vater…

Vom Vater hab`ich die Statur,
des Lebens erstes Führen,
vom Mütterchen die Frohnatur
und Lust zu fabulieren.
Urahnherr war der Schönsten hold,
das spukt so hin und wieder;
Urahnfrau liebte Schmuck und Gold,
das zuckt wohl durch die Glieder.
Sind nun die Elemente nicht
aus dem Komplex zu trennen,
was ist denn an dem ganzen Wicht
Original zu nennen?

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Lieber Papa! Ich lieb‘ dich so fest wie der Baum seine Äst, wie der Himmel seine Stern, grad so hab ich dich gern!
Verfasser unbekannt

Vater werden ist nicht schwer,
Vater sein dagegen sehr.
Ersteres wird gern geübt,
weil es allgemein beliebt.
Selbst der Lasterhafte zeigt,
daß er garnicht abgeneigt.
Nur will er mit seinen Sünden
keinen guten Zweck verbinden,
sondern, wenn die Kosten kommen,
fühlet er sich angstbeklommen.

aus „Julchen von Wilhelm Busch (1832-1908)

Wenn ich Dich brauche bist du hier, deine Liebe schenkst du mir! Deine Tipps sind gar wunderbar. Vater ist der Beste, dass ist klar!
Verfasser unbekannt

Vatertag! An einem ganz besonderen Tag, einen ganz besonders lieben Gruss, an einen ganz besonderen Menschen, den ich ganz besonders in meinem Herzen hab.
Verfasser unbekannt

Mir fällt bei Vatertag auch immer dieser Schlager von Peter Alexander ein:

Der Papa wirds schon richten,
der Papa machts schon gut,
der Papa, der macht alles,
was sonst keiner gerne tut.

Also Kinder – fleißig auswendig lernen und singen üben! 🙂

Ein Maigedicht von Wilhelm Busch

Ein Maigedicht als Einstieg in den Tag.
Übrigens: Am 15. April jährte sich Wilhelm Buschs Geburt zum 175ten Mal.
Wer nicht mitfeiern konnte, es gibt schon 2008 wieder eine Chance, denn: am 8. Januar 2008 ist Buschs 100ter Todestages.

Sei mir gegrüßt, du lieber Mai

Sei mir gegrüßt, du lieber Mai,
mit Laub und Blüten mancherlei!

Seid mir gegrüßt, ihr lieben Bienen,
vom Morgensonnenstrahl beschienen!

Wie fliegt ihr munter ein und aus
in Imker Dralles Bienenhaus

und seid zu dieser Morgenzeit
so früh schon voller Tätigkeit.

Für Diebe ist hier nichts zu machen,
denn vor dem Tore stehn die Wachen.

Und all´ die wacker´n Handwerksleute
die hauen, messen stillvergnügt,

bis daß die Seite sich zur Seite
schön sechsgeeckt zusammenfügt.

Schau! Bienenlieschen in der Frühe
bringt Staub und Kehricht vor die Tür;

Ja! Reinlichkeit macht viele Mühe,
doch später macht sie auch Pläsier.

Wilhelm Busch

Weitere Infos, Gedichte, etc. von Wilhelm Busch unter:
www.wilhelm-busch-seiten.de
Wilhelm Busch im Sprücheportal
www.wilhelm-busch.de
www.wilhelm-busch-museum.de