Archiv für die Kategorie „Sprüche und Gedichte“

Es reden und träumen die Menschen viel – Hoffnung

Mittwoch, 28. Juli 2010

Es reden und träumen die Menschen viel

Es reden und träumen die Menschen viel.
Von bessern künftigen Tagen;
Nach einem glücklichen, goldnen Ziel
Sieht man sie rennen und jagen
Die Welt wird alt und wird wieder jung,
Doch der Mensch hofft immer Verbesserung.

Die Hoffnung führt ihn ins Leben ein,
Sie umflattert den fröhlichen Knaben
Den Jüngling locket ihr Zauberschein,
Sie wird mit dem Greis nicht begraben;
Denn beschließt er im Grabe den müden Lauf
Noch am Grabe pflanzt er die Hoffnung auf.

Es ist kein leerer, schmeichelnder Wahn,
Erzeugt im Gehirn des Toren;
Im Herzen kündigt es laut sich an:
Zu was Besserem sind wir geboren;
Und was die innere Stimme spricht,
Das täuscht die hoffende Seele nicht.

Friedrich Schiller

Anfang und Ende

Montag, 26. Juli 2010

Der Jugend wird of der Vorwurf gemacht, sie glaube immer, dass die Welt mit ihr erst anfange.
Wahr.
Aber das Alter glaubt noch öfter, dass mit ihm die Welt aufhöre.

Friedrich Hebbel (1813-1863), deutscher Dramatiker
Was ist schlimmer?

Geistige Abkühlung

Dienstag, 13. Juli 2010

Bei diesen Temperaturen, die einem auch nachts keine Abkühlung bringen, muss man es auf anderem Wege versuchen – ich habe mich hier mal an ein paar kleinen Gedichtlein versucht – hoffentlich machen sie Spaß:

Kühles Bächlein
rinnt hernieder
klar und fein
und voller Lieder

Kühle Feuchte
in der Wiese
Leben zeugte
grün gespriesse

Kühle Tropfen
auf der Haut
Herzen klopfen
Hitze flaut

Kalte Fluten
machen Angst
lindern Gluten
um Kühlung bangst

Ein sehr schönes Geburtstagsgedicht von Friedrich Rückert

Mittwoch, 23. Juni 2010

Ich wünsche, dass dein Glück
sich jeden Tag erneue,
dass eine gute Tat
dich jede Stund erfreue!
Und wenn nicht eine Tat,
so doch ein gutes Wort,
das selbst im Guten wirkt,
zu guten Taten fort.
Und wenn kein Wort,
doch ein Gedanke schön und wahr,
der dir die Seele mach
und rings die Schöpfung klar.

(Friedrich Rückert, 1788-1866)

Theodor Fontane: Guter Rat

Donnerstag, 10. Juni 2010

Guter Rat

An einem Sommermorgen
da nimm den Wanderstab,
es fallen deine Sorgen
wie Nebel von dir ab.

Des Himmels heitere Bläue
lacht dir ins Herz hinein,
und schließt, wie Gottes Treue,
mit seinem Dach dich ein.

Rings Blüten nur und Triebe
und Halme von Segen schwer,
Dir ist, als zöge Liebe
des Weges nebenher.

So heimisch alles klinget,
als wir im Vaterhaus,
und über die Lerchen schwinget
die Seele sich hinaus.

Heinrich Theodor Fontane (* 30. Dezember 1819 in Neuruppin; † 20. September 1898 in Berlin)